Tag 18 – Küste statt Hochland – 07. August 2017

Heute wollen wir noch einmal ins Hochland. Dieses Mal kündigt auch der Reiseführer eine schwarze Lavasandwüste an. Wir wissen also, worauf wir uns einlassen.

Reykjahlið hat ein Geothermie-Kraftwerk und somit auch heiße Abwässer. Nichts lag näher, als ein ähnliches Spa wie die Blaue Lagune zu schaffen. Und um der morgendlichen Kälte ein Schnippchen zu schlagen, haben wir am Abend Sandwiches als Frühstück vorbereitet, packen zügig ein und sind um halb zehn am Thermalbad. Hier ist alles die Hälfte von der Blauen Lagune: halb so chic, halb so groß aber auch nur halb so voll und halb so teuer. Das Wasser ist nicht so salz- und mineralienhaltig und es bilden sich statt keramischer Ablagerungen glitschige Überzüge aus Algen. Wir genießen trotzdem das wohltuend heiße Bad an einem kalten, grauen Vormittag.

Um 12:30 Uhr fahren wir auf der Ringstraße Richtung Osten, wo nach 30 Kilometern die Piste F88 nach Süden ins Hochland zum beeindruckensten Berg der Isländer, der Herðubreið (der Breitschultrigen) und weiter zum Vulankrater des Askja abzweigt. Wir rasten kurz, um einen heißen Becher Suppe aufzubrühen. In diesem Moment beginnt es kräftig zu regnen. Wir bleiben im Auto und essen auch drinnen, dann geht es los!

Am Anfang durch schwarze Sanddünen, partiell tatsächlich mit etwas wie Strandhafer bewachsen. Ausserdem wenig Geröll, dafür ein Waschbrettprofil, das sich gewaschen hat. 80 km/h reichen nicht, um es wegzubügeln aber schneller geht nicht! Nach 25 Kilometern stoppt uns ein entgegenkommender Landrover Defender der Nationalpark-Ranger und man weist uns darauf hin, dass die kommende Furt wegen der Niederschläge Hochwasser mit 70 cm führt. Unsere maximale Wattiefe beträgt 40 cm… Also wenden und die Piste wieder zurück. Wir sind danach so durchgerüttelt, dass sich der Reiz des Pistenfahrens bei der Fahrzeugbesatzung verflüchtigt hat!

Planänderung: wir fahren nördlich zum Dettifoss. Dieser Wasserfall fehlt noch in unserer Sammlung. Mit 100 Metern Breite und 44 Metern Tiefe äußerst beeindruckend und mit einer Wassermenge von 400 Kubikmetern pro Sekunde der gewaltigste Wasserfall Europas! Die Kinder verschlafen im Auto die Besichtigung.

Weiter geht es Richtung Norden, erst auf Piste und später wieder auf Asphalt bis nach Raufarhöfn, der nördlichsten Stadt auf isländischem Festland. Die Stadt entpuppt sich als halb verlassenes Kaff mit kleiner Fischfabrik, Tankstelle, Bank, Post und Kneipe. Jedoch kein Shop, um Brot zu kaufen. Der Campingplatz ist aber nett und windgeschützt angelegt. Nach einem Abendrot aus Nudeln mit der restlichen, selbstgemachten Wrap-Fleischsauce und einem Kubb-Wettkampf gibt es wieder mal einen kleinen, bewegenden Filmabend im Zelt (Shine – der Weg ins Licht).

Reykjahlið

Reykjahlið

Reykjahlið

F88

F88

Dettifoss

Dettifoss

Ort

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