Es wird eine Stunde länger geschlafen, bis halb 9. Wieder Sonne satt, das wird ja langsam unheimlich…
Durch eine Mondlandschaft aus Lavafelsen und -schotter fahren wir ostwärts an der Küste entlang, wo bald grasbewachsenes Marschland beginnt. Der Innenraumlüfter macht plötzlich starke Geräusche – erst mal abschalten. Da geht aber die Klimaautomatik nicht! Also Lüfter wieder an und Radio lauter.
In Strönd besichtigen wir die Strandarkirkja, eine kleine, bekannte Fischerkirche. Auf vorgelagerten Felsen kann man Robben beobachten. Hier bräuchte man wieder ein Fernglas. Oder besser noch Seekayaks… Sogar einen Wal sehen wir. Der riecht schon ein wenig – hätte sich besser nicht an den Strand gelegt. André nutzt die Pause und baut den Lüfter aus, eine deutsche Tannennadel hatte sich im Lüfterrad verklemmt.
In Hveragerði wird noch mal ordentlich eingekauft. Wir befinden uns in einem Hochtemperagurgebiet, häufig steigen Dampfwolken aus dem Boden. Deshalb gibt es hier viele Gewächshäuser für Gemüse, Blumen und sogar versuchsweise Bananen. Nach dem Besuch in einem kleinen, lieblos gestalteten Thermalgebiet mit heißen Quellen mitten im Stadtzentrum fahren wir in nordöstlicher Richtung und biegen gegen 19 Uhr beim Gullfoss auf eine Nebenpiste ins Hochland ein.
Der Track führt gewunden durch das karge, hügelige Land. Erst auf schnell zu fahrendem Schotter, später mehr und mehr mit steinigen Passagen. Die erste Furt nötigt uns Respekt ab, wird aber souverän gemeistert. Die weiteren Flussquerungen gehen ebenfalls recht unproblematisch und wir kommen kaum an unsere Grenzen. Es hat wohl auch hier in letzter Zeit wenig geregnet. Jedoch benötigen wir für die ca. 80 Kilometer bis zum anvisierten Zeltplatz fast vier Stunden – das kostet Kraft! Vor allem bei den Beifahrern. Wir stoppen um 23 Uhr einige Kilometer vor dem Camp und schlagen unser Zelt in der Wildnis auf. Da wir für den nächsten Morgen schlechtes Wetter in Betracht ziehen, kommt das große Vaude Division Dome mal wieder zum Einsatz.













