Die Nachtruhe ist bei Seegang mit Wellen von bis zu 2,5 m (laut Bord-Durchsage) schön schaukelnd. Scheint aber niemanden zu tangieren, alle drängen sich am Frühstücks-Buffet. Der Ausblick ist bescheiden, denn draußen ist alles grau, neblig und verregnet. Das ändert sich auch nicht, als wir den Hafen in Seydisfjördur im Osten von Island erreichen. Und nachdem wir vom Schiff und auch durch den Zoll sind und erst mal nur bergauf in die tiefhängenden Wolken fahren, bemitleiden wir die Motorrad- und Fahrradfahrer, die wir überholen. Aktuell sind auch nur 7 Grad! Auf Island gilt übrigens Greenwich Time, also zwei Stunden früher als die deutsche Sommerzeit.
Wir fahren südlich Richtung Höfn und als wir wieder etwas tiefer kommen, wird die Sicht besser. Nur dafür wird der Regen stärker. Aber es läuft. Wir kürzen einen großen Bogen der Ringstraße ab und fahren schon mal etliche Schotterpisten-Kilometer. Nach einem Zwischenstopp an einem Lavastrand im Sturm mit entsprechender Brandung kommen wir nach ca. 220 km in Höfn an.
Der Ort ist einer der Ausgangspunkte für etliche Aktivitäten am und auf dem riesigen Gletscher Vatnajökull, dessen Ausläufer in Regen und Dunst nur zu erahnen sind. Wir sind kurz in der Tourist-Information , kaufen dann Lebensmittel, die im Schnitt mindestens doppelt so teuer sind wie in Deutschland, um dann gegen 15 Uhr auf dem recht leeren Campingplatz einzuchecken.
Das Wetter ist unverändert und so spielen und picknicken wir im beheizten Aufenthaltsraum. Als 2 Stunden später plötzlich Regen und Wind nachlassen, treibt es uns raus zu einem Stadtspaziergang. Endlich sieht man bei einigen Sonnenstrahlen die weißblauen Gletscherzungen in der Ferne. Als wir zurück kommen, hat sich der Zeltplatz ordentlich gefüllt und wir müssen aus Platzmangel unsere Wraps zum Abendbrot statt im geschützten Aufenthaltsbereich am Zelt bereiten. Es wird bei moderatem Wind trotzdem kalt und treibt uns in die Schlafsäcke. Wir schauen die restlichen 50 Minuten von Harry Potter 6 auf dem Laptop und um 23 Uhr ist Nachtruhe, während draußen wieder Regen und Sturm einsetzen und immer noch weitere Camper eintreffen.







